Frank Herzog, Ulrich Görtz und Ole Fischer  Wo echte Freunde stehen....
28.03. - 02.05.2026

Frank Herzog, Ulrich Görtz und Ole Fischer Wo echte Freunde stehen....

Frank Herzog, Ulrich Görtz und Ole Fischer

Wo echte Freunde stehen.....

Natürlich standen sie zusammen, Frank Herzog, Ulrich Görtz und Ole Fischer.
Sie waren beste Freunde und einige Jahre war die Theke ein beliebter Treffpunkt. Ihr Blick für die unscheinbaren Dinge des Alltags sind im Werk von Frank Herzog und Ulrich Görtz sehr präsent. Steckdosen, Bierdeckel, Einkaufstüten, Teller, Siedewürste, diesen scheinbar banalen Gegenstände gaben sie aufmerksam und akribisch einen neuen Stellenwert. Der Freund Ole Fischer hat sich dieser Gegenständlichkeit entzogen, er betrieb „eine gnadenlose Entsubstanzialisierung der Welt.“(1) Nun treffen sie wieder zusammen - in und mit ihrer Kunst.

Wir freuen uns auf ihren Besuch!

Martin Bohn +Partner

Frank Herzog (1949-2022)

Tisch mit Linkshänderbesteck, 2006, 81 × 158 × 69 cm, Holz/Ölfarbe (Ausschnitt)
Folgender Text aus: Steve Karier in: Frank Herzog, Wunderkammer, Katalog Kunstverein Braunschweig, 1998, S. 11/12.
„Frank Herzog interessiert das Seltsame. Dafür hat er einen mitfühlenden Blick: für das Kleine, das Beiläufige, das, was am Rand der Wahrnehmung noch vorhanden ist. In Köln hat er einmal kleine Frösche - Skulpturen natürlich - dem Straßenbild hinzugefügt. … . Man hielt das für witzig. War es aber nicht. Es war still, stumm und einfach. Frank Herzog hat kein Trompe l’oeil gebaut, sondern kleine Tretminen fürs Auge. Und manchmal, wenn der nachdenkliche Blick sich in ihr verfangen hatte, wuchs eine Arbeit zu erhabener Größe.“

Ulrich Görtz (1963)

Drei Männer im Gespräch über eine Tube, Ton und Zinn, 21 x 20 x 19 cm, 2000er Jahre
Folgender Text aus: Sylvia Metz, Eröffnungsrede anlässlich der Ausstellung Sichtbare Welten, Wiederabdruck in: Ulrich Görtz, So wie es ist. Katalog 2019, S. 22ff.
„Der Bildhauer Ulrich Görtz ist vor allem in kleinen Formaten zu Hause. In diesen beschäftigt er sich gerne mit den alltäglichen Szenen, mit jenen für alle Menschen sichtbaren Welten, die die meisten von uns jedoch, trotz ihrer Sichtbarkeit nicht bemerken. …. In den Werken des Bildhauers Görtz wechselt die Form zwischen Verdichtung und Auflösung, Offenheit und Geschlossenheit. Im Umgang mit der Tradition der Holzskulptur, die bis ins Mittelalter zurückreicht, zeigt er sich stellenweise geradezu verwegen. Häufig wird das Prozessuale sichtbar und das Holz bleibt dadurch lebendig.“

Ole Fischer (1943-2005)

ohne Titel, Edition 7/12, 1963
Folgender Text aus: Gabriele Felsberg in: Ole Fischer, Malerei, Katalog Kunstmuseum Mühlheim an der Ruhr, 2002, S. 6.
„Ole Fischers Bilder basieren weder auf Vorzeichnungen noch werden sie in ihrer Struktur vorkonstruiert. Jedes einzelne dieser Bilder erweist sich als langwieriger Prozess des Übereinandersetzens von Inhalten und Gedanken durch Formen und Assoziationen. So, als ob das Bild sich in der Formulierung immer wieder neu entwickelt und fortsetzt, verdichten sich Formen, Farben, Linien und Inhalte zu einer unauflösbaren Textur, die Schritt für Schritt im gestalterischen Prozess entwickelt wird.“

(1) Gabriele Felsberg, ebd., S. 27.
Titelbild: Frank Herzog, 2004